Gerüst Ein Arbeitsgerüst dient dazu, Arbeiten an Bauwerksteilen auszuführen, die ansonsten nicht oder nur schwer zugänglich sind, wie z. B. Verputzarbeiten oder Arbeiten an der Dachrinne. Es muss ausreichend tragfähig sein, um die darauf Arbeitenden, ihr Arbeitsgerät sowie das erforderliche Arbeitsmaterial zu tragen. Ein Arbeitsgerüst, auf dem nur ein Spengler eine Dachrinne anzubringen hat, kann also in einer leichteren Art ausgeführt sein als ein Gerüst, von dem aus Natursteinarbeiten an der Fassade ausgeführt werden. Arbeitsgerüste werden in der DIN EN 12811:2004 beschrieben. Fanggerüst Ein Fanggerüst dient dazu, Arbeiten an schrägen Flächen wie zum Beispiel an Dächern abzusichern und zu verhindern, dass Personen und Gegenstände über die Traufkante hinweg tiefer nach unten abstürzen. Schutzgerüste sind nicht dazu gedacht, um von dort aus Arbeiten am Bauwerk auszuführen, sondern um die Arbeiter und Passanten gegen Absturz zu sichern oder um diese vor herab fallenden Bauteilen zu schützen. Das Fanggerüst ist ein solches Schutzgerüst. Es sorgt für die Absturzsicherung bei ungesicherten Arbeitsflächen wie etwa bei noch nicht hochgezogenen Wänden. Das Dachfanggerüst ist erforderlich, um die auf dem Dach Arbeitenden vor einem tieferen Absturz zu sichern. Das Dachfanggerüst dient auch als Schutz der darunter befindlichen Personen gegen herabfallende Gegenstände. Bei Flächen, über denen für einen längeren Zeitraum Arbeiten ausgeführt werden, kann es erforderlich sein, Schutzdächer auf Gerüsten anzuordnen, um Passanten oder Arbeiter vor herab fallenden Gegenständen sicher zu schützen. Schutzgerüste sind in der DIN 4020-1:2004 beschrieben. Gerüste werden auch unterschieden nach ihrem Tragsystem. · Bei einem Standgerüst sind die Belagteile an oder auf ein auf dem Boden fest stehenden Gerüstbauteil wie einer Holzstange, einer "Leiter" oder einem Rahmen befestigt. Dies ist das am häufigsten verwendete Tragsystem. · Ein Hängegerüst wird dann angewendet, wenn ein Standgerüst nicht gestellt werden kann. Dies ist häufig an Brücken oder ähnlichen Bauwerken der Fall. Die Abhängung wird entweder an einem eigenen brückenähnlichen Bauteil, an einem  Ausleger oder an einer Konsole befestigt. · · Bei einem Auslegergerüst  werden Träger auf der Decke befestigt, auf die dann die Belagteile aufgelegt werden. Dabei ist zu beachten, dass die Wanddurchbrüche für die Träger erst nach der Demontage des Gerüstes geschlossen werden können. · · Bei einem Konsolgerüst werden Konsolen an der Außenwand in einbetonierten Aufhängeschlaufen eingehängt, die nach der  Demontage des Gerüsts entfernt werden müssen. Standgerüste brauchen hingegen nur wenige Befestigungspunkte (Verankerungen), die in Form von Dübeln - meist aus Nylon - oder  auch in der Fassade belassen werden können. · Stangengerüste aus Holzstangen sind in Deutschland nicht mehr üblich. Bei dieser Ausführungsart wurden die Holzstangen mit Hanfseilen oder speziellen Gerüstketten verknüpft. Der Aufbau erfordert umfassendes Wissen und Können beim Binden der Verbindungsknoten, welches heute nur noch ältere spezialisierte  Gerüstbauer haben, außerdem kostet er viel Zeit bei Auf- und Abbau. In weniger entwickelten Ländern sind sie jedoch noch häufig anzutreffen. Im asiatischen Raum werden · Bambusgerüste zum Einrüsten von Hochhäusern auch heute noch verwendet, da sie bei · seismischen Erschütterungen nicht gleich einstürzen. · In besonderen baulichen Situationen können Stangengerüstkonstruktionen, genauer gesagt Stahlrohr-Kupplungsgerüste, erforderlich sein, deren Verbindungsteile - sogenannte Gerüstkupplungen - aus Gussmaterial mit entsprechenden Schraubverbindungen bestehen. · Als Weiterentwicklung des Stangengerüstes Anfang der 1950er Jahre können die Leitergerüste  gesehen werden, bei denen zwei in regelmäßigen Abständen gelochte halbrunde Holzstangen stockwerksweise mit je mindestens zwei Sprossen verbunden sind. Diese sogenannten Leitern sind meist drei Etagen (eine Etage entspricht zwei Meter) hoch. Auf die Sprossen wurden Gerüstbohlen lose aufgelegt und an den Gerüstleitern wurden Geländerbretter und Aussteifungsdiagonalen angeschraubt. Der Arbeitsaufwand gegenüber dem Verknoten war dadurch schon erheblich reduziert. Außerdem gab es beim Aufstellen der Leitergerüste wesentlich weniger Fehlerquellen, so dass diese Gerüstart bis zu Anfang der 1970er Jahre sicherer war. Der Einsatz von Holzleitergerüsten ist jedoch aus  ergonomischen Gründen (sie sind schwer aufzustellen wegen des hohen Gewichts und des langen Hebelarms) und aus Gründen der Arbeitssicherheit ebenfalls eher historisch zu sehen. Die Benutzung war wegen der eingeschränkten Durchgangshöhe von weniger als 1,50 m und der geringen Breite von weniger als 60 cm unbequem und unzweckmäßig. Auf Grund der seit 27. September 2002 in Kraft getretenen und letztmals am 13. Juli 2005 geänderten · Betriebssicherheitsverordnung (resultierend aus dem  Arbeitsschutzgesetz in Kraft getreten am 21. August 1996) einhergehend mit der erforderlichen Gefährdungsbeurteilung, kommt  es im gewerblichen  nicht mehr in Frage. · Standgerüst  · System-Rahmengerüst Ein Gerüst, in dem einige oder alle Abmessungen durch Verbindungen oder durch fest an den Bauteilen angebrachte Verbindungsmittel vorbestimmt sind, nennt man Systemgerüst. Durch die Vorfertigung der Hersteller wird die Montagezeit erheblich reduziert. In Deutschland werden Systemrahmengerüste auch "Gerüste besonderer Bauart" genannt, deren statischer Nachweis durch Berechnungen und Versuche der Hersteller erbracht werden muss. Nach der Prüfung durch das Deutsche Institut für Bautechnik wird dann eine befristete "Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung" erteilt. Eingesetzt wird das Systemrahmengerüst überwiegend als Arbeits- und Schutzgerüst für die sichere Bearbeitung von Fassaden oder als Schutzgerüst, das den Absturz von Personen oder Material verhindert. Die Einteilung erfolgt in sechs Lastklassen und sieben Breitenklassen. Je nach durchzuführender Arbeit wählt der Auftraggeber die entsprechende Lastklasse und Breitenklasse aus.